Was war da los im Westwing Steilshoops? (Teil 1)

Vor Wochen tauchte in meinem Briefkasten eine Postkarte ohne Absender auf. Düstere Typographie, jeder Buchstabe in einer anderen Schrift, geschrieben, gedruckt, gepinselt. Mit etwas Mühe kann ich in vier Zeilen mit je drei Buchstaben lesen, aber verstehen? Schwarzer Hintergrund weiße Lettern, rechts unten ein fetter gelber Button mit der Aufschrift: 

„STROMKASTEN-GALERIE STEILSHOOP
ERÖFFNUNG AM 10.MAI UM 12.00 UHR“

Das klingt so wie „Die drei Fragezeichen und …“

Rückseite:

START: EDWIN SCHARFF RING 80. EIN PROJEKT VON … IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE AM SEE …

Aha, warum weiß ich davon nichts? Und was ist das überhaupt? Eine „Stromkasten-Galerie“, Farbe auf verwittertem Grundmaterial bezahlt von Sponsoren, ausgeführt von SchülerInnen der Stadtteilschule? Weiterlesen

Ein historisches Ereignis, oder wie eines daraus werden kann

baumgraphik-rothNatürlich ist es vermessen, ein Ereignis, das gerade einmal ein Jahr zurück liegt, als historisch zu bezeichnen. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass der 18. August 2015 auch in der künftigen Steilshooper Geschichte eine nachhaltige Wirkung entfalten wird. Am Nachmittag dieses Tages sind nämlich Klaus Wachs und ich in das Bezirksamt Wandsbek gefahren und haben die Unterlagen für die Einleitung eines Bürgerbegehrens für den Erhalt der grünen Mitte Steilshoops abgegeben. Heute, am 19. September 2016 haben wir die geänderten Pläne für die Markt- und Eventfläche zur Kenntnis genommen, und sie entsprechen ganz genau den Vereinbarungen vom Januar dieses Jahres.

Das ist aber noch nicht das Ereignis, das einen Anspruch hat, historisch genannt zu werden. Die Bedeutung liegt viel mehr in der Tatsache, dass Steilshooperinnen und Steilshooper ihre Rollen als Objekte aufgegeben und selbst in die Handlungsabläufe eingegriffen haben. Probleme und Konflikte wurden im Stadtteil bisher nämlich vor allem dadurch gelöst, dass man laut um Hilfe brüllte, gelegentlich auch von interessierter Seite dazu veranlasst wurde, laut um Hilfe zu brüllen. Manchmal geschah irgendetwas, öfter kam es vor, dass von Politik, Verwaltung oder Wohnungswirtschaft Placebos verteilt wurden. Weiterlesen

Wem gehört die Straße?

PollerEigentlich einfach zu beantworten: Natürlich der Öffentlichkeit und damit deren Treuhänder, dem Staat. Damit ist eigentlich auch die Frage nach der Verantwortung für die Sicherheit und Instandhaltung beantwortet.

Das dachte sich auch meine Nachbarin, als sie den Wegewart des Bezirks Wandsbek bat, eine üble Radfahrerfalle am Edwin-Scharff-Ring zu entfernen. Als nach einigen Tagen keine Reaktion kam, wandte sie sich an den Bezirksamtsleiter. Herr Ritzenhoff leitete ihr Schreiben an Herrn Baumgarten, welcher den schönen Titel „Leiter Fachamt Management des öffentlichen Raumes“ führt, weiter, und dieser schrieb auch einen sehr netten und freundlichen Brief an meine Nachbarin zurück. Weiterlesen

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