Koalitionsvertrag auf Spezialpapier

Papier ist bekanntlich geduldig – und der Zellstoffindustrie ist es durch jahrzehntelange Forschungsarbeit gelungen, eine Variante dieses Schreibstoffes herzustellen, welche in Bezug auf die Geduld schon transzendentale Dimensionen hat und nur mit der der Engel verglichen werden kann. Sie kommt damit einer Forderung der politischen Kaste nach, die ein solches Papier zum Beispiel für ihre Koalitionsverträge braucht.

Auch vor dem Hamburger Rathaus sichtete man im Februar 2015 riesige Lastwagen, welche Palette um Palette beladen mit diesem Wunderstoff abluden, auf dass Herr Scholz, Frau Fegebank und ihre Kumpels tolle Ideen für das gemeinsam zu schaffende moderne Hamburg niederlegen konnten – und tatsächlich, es steht in dem Koalitionsvertrag viel Schönes drin:

In Steilshoop wurde zum Beispiel das Kapitel über Wohnen und Stadtentwicklung besonders aufmerksam gelesen. Gut gefallen hat uns der Passus auf Seite 55: „Um den galoppierenden Flächenfraß zu stoppen, muss Innenentwicklung Vorrang vor Außenentwicklung haben. Flächenverschwendendes Bauen, Leerstand und Zweckentfremdung müssen eingedämmt werden. Qualitätsziele für die Innenentwicklung sind Flächeneffizienz, bevorzugte Nutzung von Konversionsflächen, urbane Dichte mit hoher Freiraumqualität.“ Weiterlesen

Unser Bestes ist der Norden

Einladung Spaziergang

Rahmenplanung Nord – hört sich an wie ein ziemlich trockenes Thema: Wird es auch mit Sicherheit sein, wenn uns irgendwann einmal die Pläne der Behörde präsentiert werden und wir nach einem Schnelldurchgang das alles ganz toll finden sollen.

Wir denken aber, dass Planung auch Spaß machen kann, zum Beispiel im Rahmen eines Spazierganges über das zu beplanende Gelände. Nachdem die Koordinierungskonferenz Steilshoop erste Ideen vorgelegt hat, halten wir es jetzt an der Zeit, uns einen Eindruck vor Ort zu verschaffen.

Wir möchten Euch deshalb ganz herzlich unter dem Motte „Unser Bestes ist der Norden“ zu einer Erkundung des Geländes einladen. Ausgangs- und Treffpunkt soll die Schule am See (Borchertring 38) sein. Anschließend besteht noch die Möglichkeit im JETZT, bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen die gewonnenen Eindrücke zu diskutieren und weitere Ideen zu entwickeln.

Bürgerbeteiligung in der aktuellen Quartiersentwicklung

Überlegungen zu einem bürgernahen Konzept

Stadtteiljubiläum. Luftballons 01Auf Seite 5 des ersten Teils des immer noch gültigen Quartiersentwicklungskonzepts (im Folgenden QEK I, hier als PDF) der Lawaetz-Stiftung für Steilshoop steht ein lakonischer Satz, der aber sehr aussagekräftig für das Verfahren ist: „Im Januar 2009 legte die Lawaetz-Stiftung dem Bezirksamt Wandsbek den ersten Entwurf eines Quartiersentwicklungskonzepts vor“. Brisant ist das Datum: Zwar hat es im Vorjahr im Kontext eines „planing for real“-Verfahren Kontakte mit Steilshoopern und Steilshooperinnen gegeben, es sind an Hand von Modellen Meinungsäußerungen über die künftige Gestaltung des Stadtteils eingeholt worden, aber das alles war (und ist) noch weit entfernt von einer dezidierten Meinungsbildung im Stadtteil. Trotzdem sah man sich zu diesem Zeitpunkt schon in der Lage, ein Papier zu erstellen, welches das Gesicht Steilshoops auf Jahrzehnte hinaus prägen sollte.

Es scheint den Verantwortlichen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt bewusst gewesen zu sein, dass dieses Vorpreschen nur sehr eingeschränkt mit einem Beteiligungsverfahren, wie es ja zum Beispiel das RISE-Programm einfordert, kompatibel ist. So werden auf S. 8 des Konzeptes eine Reihe von „Bürger- und Akteursbeteiligungen“ aufgeführt, die aber nur partiell etwas mit echter Mitbestimmung zu tun haben. So nett wie auch Aktionen wie „Il canto del mondo“ oder „Buchstart Hamburg“ waren, sie hatten eigentlich den uns gewohnten Charakter. Sie sind, wie auch das Konzept zugibt, initiiert worden: Auswärtige Akteure wurden (gegen entsprechende Honorare) beauftragt, uns Steilshooper zu unterhalten. Dass es dabei auch regelrechte Ärgernisse gab, konnte eigentlich nicht ausbleiben. So sind für den Stadtteil weiland für sicher viel Geld die Geräte für die „Bewegungsbaustelle“ angeschafft worden, die aber anscheinend verschwunden, bzw. für Bürgerinnen und Bürger nicht mehr zugänglich sind. Weiterlesen

Koko: Bewohner wollen mitentscheiden

Die Koordinierungskonferenz Steilshoop hat auf ihrer Sitzung am 18. Juli klar gestellt, dass sie bei der künftigen Gestaltung des Stadtteils mitreden möchte. (Hier das Sitzungsprotokoll als PDF)

Nachdem das aktuelle Stadtentwicklungskonzept letztmalig im Mai 2012 aktualisiert worden ist, möchte die Koko selbiges um die Planung für den Nordbereich erweitern. Sie hat deshalb beschlossen, ein Thesenpapier zu diesem Thema zu erstellen, das sie als „work in progress“ begreift und ständig erweitert werden soll. Sie hofft auf weitere rege Beteiligung der Steilshooperinnen und Steilshooper.

Martin Kersting, Egmond Tenten

Koko im Juli: Rahmenplan Nord reloaded

Wir laden ganz herzlich zu der Sitzung der Koordinierungskonferenz Steilshoop für Montag, den 18. Juli, 19:00 Uhr in die Aula der Schule am See (Borchertring 38) ein.

Wie im Februar abgesprochen, soll der Schwerpunkt der Sitzung noch einmal der Rahmenplanung Nord gelten. Das versprochene Thesenpapier kann vorgelegt werden und wir hoffen auf eine rege Auseinandersetzung.

Wir werden also den abermaligen Versuch unternehmen eine offene Diskussion anzuregen, die die Initiative “BewohnerRat Steilshoop” bei dem PPL-Workshop im September 2013 vergeblich einforderte.

Zu Beginn der Sitzung soll das Protokoll vom Juni genehmigt, sowie der TOP “Anfrage des AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Dirk Nockemann zur Antifa 309” behandelt werden.

Martin Kersting, Egmond Tenten