Treffen der Mieterinitiative

Wir rufen alle Bewohnerinnen und Bewohner von Vonovia-Objekten in Steilshoop dazu auf, uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nur gemeinsam können wir der Gier des Konzerns etwas entgegensetzten!

Die Mieterintiative trifft sich immer an einem Montag um 19 Uhr im AGDAZ. Die nächsten Termine sind 4.6.; 18.6.; 2.7.; 16.7. und 30.7.

Das Protokoll einer Besprechung zwischen der Mieterinitiative, Vertretern von Mietervereinen und der Vonovia am 18. Dezember 2017 finden Sie hier.

MIETERVEREIN ZU HAMBURG unterstützt Vonovia-Mieter in Steilshoop

PRESSEMITTEILUNG vom 12. April 2018

Der MIETERVEREIN ZU HAMBURG unterstützt die Mieterinitiative Steilshoop, die gegen Mieterhöhungen und Missstände im Wohnungsbestand der Vonovia vorgeht. Die Steilshooper Mieterinnen und Mieter haben einen Forderungskatalog an den börsennotierten Immobilienkonzern Vonovia erstellt und über 400 Unterschriften gesammelt. Gefordert werden u. a. die Beseitigung der Mängel in Wohnräumen, Treppenhäusern und Außenanlagen, die Rücknahme von überhöhten Modernisierungsmieterhöhungen und die transparente Abrechnungen der Betriebskosten.

Am 19. April 2018 um 16.30 Uhr übergibt die Mieterinitiative den Forderungskatalog und die Unterschriftensammlung in der Vonovia-Geschäftsstelle, Schreyerring 51, an ihren Vermieter.

Im Rahmen der geplanten Instandsetzung und Modernisierung des Vonovia-Wohnungsbestands haben Mieterinnen und Mieter Mieterhöhungsankündigungen erhalten. Berücksichtigt man die Erhöhungen der vergangenen vier Jahre, sollen sich die Mieten um bis zu 77 Prozent im Monat erhöhen. Dabei berechnet der Konzern seinen Mietern nicht nur die gesetzlich zulässigen elf Prozent der Modernisierungskosten. Nach Schätzungen des MIETERVEREIN ZU HAMBURG werden Mieter auch mit Kosten für die sogenannten Erhaltungsaufwendungen zu Unrecht belastet. Diese sind als Instandsetzung vom Vermieter zu tragen. Damit soll offenbar der sich in einem sehr schlechten Zustand befindende Wohnungsbestand der Vonovia in unzulässiger Weise auf Kosten der Mieter saniert werden. Weiterlesen

Politiker, bitte handeln!

Im Herzen von Steilshoop verfällt ein Einkaufszentrum. Geschäfte schließen, Bürger kämpfen – und die Stadt gibt sich ohnmächtig.

Text von Ulrich Jonas, zuerst erschienen im Straßenmagazin Hinz&Kunzt; Ausgabe 299, Jan. 18

An einem Abend im Oktober 2016 sagt eine Freundin von Mariana Fernandes Martins einen folgenschweren Satz: „Wenn du an den Dänen rankommen willst, musst du Schiffe malen!“ Der Däne ist Besitzer des Steilshooper Einkaufszentrums und wird wegen seiner Herkunft so genannt – und weil man sonst nicht viel über ihn weiß. Mariana Martins, eine 46-jährige Frau mit wachen Augen und herzhaftem Lachen, lebt in Steilshoop. Wie so vielen Menschen im Stadtteil ist ihr die Tristesse des EKZ seit Langem ein Dorn im Auge. Der Rat der Freundin war durchdacht: Mariana Martins ist Malerin. Ihre von Blautönen beherrschten Bilder zeigen das Meer in etlichen Facetten. Zu Schiffen ist es da nicht mehr weit.

Wer die perfekt inszenierten Reize herkömmlicher Konsumtempel gewohnt ist, erleidet im Steilshooper EKZ einen Schock: Nackte Puppen stehen verloren hinter dunklen Schaufenstern. In der Decke, aus der Energiesparlampen kaltes Licht verstrahlen, klafft ein Loch und gibt den Blick auf Lüftungsrohre frei. Und statt Musik dringt nur das monotone Quietschen der Rolltreppen in die Ohren der wenigen Menschen, die an diesem Vormittag den Weg ins EKZ gefunden haben. Was ist hier los? „Das ist eine lange, traurige Geschichte“, sagt der Kassierer eines Backshops. Und die Kurzform? „Der Vermieter interessiert sich für nichts. Macht nichts. Investiert nichts. Der will nur möglichst viel Miete kassieren.“ Weiterlesen

IKEA kommt!

Bald ist es so weit! Der schwedische Möbelgigant wird hier in Steilshoop seine vierte Hamburger Filiale eröffnen. Die Entscheidung für den Standort ist zwar etwas überraschend, aber durchaus folgerichtig, denn in den nächsten Jahren müssen rund 500 Wohnungen im Stadtteil komplett neu eingerichtet werden.

Ermöglicht wird das durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung (RISE), das sich als neuen Schwerpunkt seiner Tätigkeit die Förderung und Subventionierung von Immobilienbesitzern gesetzt hat. Nachdem für die beiden großen Gesellschaften im Stadtteil – SAGA/GWG und Vonovia – in den nächsten vier Jahren fast eine Million Euro für Wohnumfeldverbesserungen vorgesehen ist, um deren Kosten für das Housing Improvement District (HID) mit einer ansprechenden Verzinsung zu ersetzen, muss nach Artikel 3 des Grundgesetzes (Gleichbehandlung) diese Erstattung auch den Besitzern von Eigentumswohnungen zu Gute kommen, welche ja ebenfalls einen Anteil zum HID geleistet haben. Sie dürfen jetzt also auch ihr Wohnumfeld verbessern, indem sie sich eine neue Couch zulegen oder sich endlich den langgehegten Wunsch nach einem gemütlichen Fernsehsessel erfüllen.

Bei den Erstattungsbeträgen wird man sich voraussichtlich an dem orientieren, was die SAGA/GWG erhalten hat. Forum Steilshoop berichtete darüber, dass es für diese Gesellschaft noch einen Zuschlag von rund 20% auf die für das HID eingesetzten Mittel geben wird.

Der jetzt ausbrechende Möbelbedarf ist natürlich von IKEA erkannt worden, und die Firma hat die historischen wikingischen Verbindungen genutzt, um das Einkaufszentrum jetzt statt des Danebrogs unter der blau-gelben Fahne zu führen. Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass sich der ökonomische Grundsatz bestätigen wird, dass es kaum ein besseres Konjunktur-und Arbeitsmarktprogramm als Investitionen in den privaten Konsum gibt. In Steilshoop werden nicht nur Arbeitsplätze im Verkauf und in der Lagerhaltung geschaffen, sondern auch in der Gastronomie, denn die beliebten Köttbullar bereiten sich nicht von selbst zu.

Hat die „Fortschreibung RISE-Förderung“ das Handlungsfeld „Lokale Ökonomie“ nicht vielleicht schon zu früh aufgegeben?

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