Rising Steilshoop?

Wir alle wissen es noch aus Kindergartenzeiten: Es gibt nur Probleme, die man auch sieht – und wenn man sich einfach die Hände vor die Augen hält, gibt es auch das Problem nicht mehr, oder, um es mit der großen schwedischen Denkerin zu sagen: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Trotz ungeschmälerter Hochachtung für Frau Dr. Langstrumpf scheint mir ihre Lebensmaxime nicht ganz zu Ende gedacht. Was ist, wenn anderen diese Welt nicht gefällt? Ganz einfach: Dann gilt das Prinzip Kindergarten oder in der fernöstlichen Version das der drei Affen.

Diese Art, sich das Leben erfreulich zu machen, führen uns gerade beispielhaft die Steilshooper Quartiersentwickler vor:

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IKEA kommt!

Bald ist es so weit! Der schwedische Möbelgigant wird hier in Steilshoop seine vierte Hamburger Filiale eröffnen. Die Entscheidung für den Standort ist zwar etwas überraschend, aber durchaus folgerichtig, denn in den nächsten Jahren müssen rund 500 Wohnungen im Stadtteil komplett neu eingerichtet werden.

Ermöglicht wird das durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung (RISE), das sich als neuen Schwerpunkt seiner Tätigkeit die Förderung und Subventionierung von Immobilienbesitzern gesetzt hat. Nachdem für die beiden großen Gesellschaften im Stadtteil – SAGA/GWG und Vonovia – in den nächsten vier Jahren fast eine Million Euro für Wohnumfeldverbesserungen vorgesehen ist, um deren Kosten für das Housing Improvement District (HID) mit einer ansprechenden Verzinsung zu ersetzen, muss nach Artikel 3 des Grundgesetzes (Gleichbehandlung) diese Erstattung auch den Besitzern von Eigentumswohnungen zu Gute kommen, welche ja ebenfalls einen Anteil zum HID geleistet haben. Sie dürfen jetzt also auch ihr Wohnumfeld verbessern, indem sie sich eine neue Couch zulegen oder sich endlich den langgehegten Wunsch nach einem gemütlichen Fernsehsessel erfüllen.

Bei den Erstattungsbeträgen wird man sich voraussichtlich an dem orientieren, was die SAGA/GWG erhalten hat. Forum Steilshoop berichtete darüber, dass es für diese Gesellschaft noch einen Zuschlag von rund 20% auf die für das HID eingesetzten Mittel geben wird.

Der jetzt ausbrechende Möbelbedarf ist natürlich von IKEA erkannt worden, und die Firma hat die historischen wikingischen Verbindungen genutzt, um das Einkaufszentrum jetzt statt des Danebrogs unter der blau-gelben Fahne zu führen. Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass sich der ökonomische Grundsatz bestätigen wird, dass es kaum ein besseres Konjunktur-und Arbeitsmarktprogramm als Investitionen in den privaten Konsum gibt. In Steilshoop werden nicht nur Arbeitsplätze im Verkauf und in der Lagerhaltung geschaffen, sondern auch in der Gastronomie, denn die beliebten Köttbullar bereiten sich nicht von selbst zu.

Hat die „Fortschreibung RISE-Förderung“ das Handlungsfeld „Lokale Ökonomie“ nicht vielleicht schon zu früh aufgegeben?

Thema verfehlt! Setzen! Sechs!

Die Redaktion von „forum-steilshoop“ hat das Versprechen abgegeben, den spröden Text des Rückblicks auf die Quartiersentwicklung in kleineren Beiträgen etwas gefälliger aufzuarbeiten, um die zentralen Punkte der Diskussion einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, verbunden mit der Hoffnung, dass eine rege Diskussion im Stadtteil über dessen Zukunft daraus erwächst. Allerdings stehen wir nun vor dem Problem, dass wir bei den Themen werten und gewichten müssen. Was erscheint uns so wichtig, dass es unmittelbar den Steilshooperinnen und Steilshoopern mitgeteilt werden muss, was ist eher von geringerer Bedeutung und kann somit am Rande behandelt werden? Da nun endlich die Beteiligungsgremien – Stadtteilbeirat und Koordinierungskonferenz – den Entschluss gefasst haben, die Themensetzung der weiteren Quartiersentwicklung selbst zu gestalten, lastet natürlich auf der Redaktion auch eine gewisse Verantwortung.

Besonders traurig empfinden wir, dass eine der zentralen Forderungen des RISE-Programms nicht einmal angegangen worden ist. Eines der auf Seite 4 formulierten Leitziele lautet: “Verbesserung der Lebensbedingungen durch soziale und materielle Stabilisierung des Gebiets”. Man kann dieses Ziel auch einfacher formulieren: Kampf gegen die Armut im Stadtteil. Weiterlesen

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