I Beg Your Pardon, I Never Promised You A Rose Garden…

      

IKON. Eine weitere melancholische Wahrheit ist zur traurigen Gewissheit geworden:

Grauflächenplaner haben entschieden dem Stadtteil eine einheitlich weiße Trauerbeblumung zu verpassen. Weder im schönen Wonnemonat Mai, in dem bekanntlich der lila Flieder blüht, noch im sommerlichen Rosenmonat Juni gibt es auf der Mittelachse Naturerhebendes zu erleben. Der graue Riese Steilshoop soll grauer Rise bleiben. Weiterlesen

Politiker, bitte handeln!

Im Herzen von Steilshoop verfällt ein Einkaufszentrum. Geschäfte schließen, Bürger kämpfen – und die Stadt gibt sich ohnmächtig.

Text von Ulrich Jonas, zuerst erschienen im Straßenmagazin Hinz&Kunzt; Ausgabe 299, Jan. 18

An einem Abend im Oktober 2016 sagt eine Freundin von Mariana Fernandes Martins einen folgenschweren Satz: „Wenn du an den Dänen rankommen willst, musst du Schiffe malen!“ Der Däne ist Besitzer des Steilshooper Einkaufszentrums und wird wegen seiner Herkunft so genannt – und weil man sonst nicht viel über ihn weiß. Mariana Martins, eine 46-jährige Frau mit wachen Augen und herzhaftem Lachen, lebt in Steilshoop. Wie so vielen Menschen im Stadtteil ist ihr die Tristesse des EKZ seit Langem ein Dorn im Auge. Der Rat der Freundin war durchdacht: Mariana Martins ist Malerin. Ihre von Blautönen beherrschten Bilder zeigen das Meer in etlichen Facetten. Zu Schiffen ist es da nicht mehr weit.

Wer die perfekt inszenierten Reize herkömmlicher Konsumtempel gewohnt ist, erleidet im Steilshooper EKZ einen Schock: Nackte Puppen stehen verloren hinter dunklen Schaufenstern. In der Decke, aus der Energiesparlampen kaltes Licht verstrahlen, klafft ein Loch und gibt den Blick auf Lüftungsrohre frei. Und statt Musik dringt nur das monotone Quietschen der Rolltreppen in die Ohren der wenigen Menschen, die an diesem Vormittag den Weg ins EKZ gefunden haben. Was ist hier los? „Das ist eine lange, traurige Geschichte“, sagt der Kassierer eines Backshops. Und die Kurzform? „Der Vermieter interessiert sich für nichts. Macht nichts. Investiert nichts. Der will nur möglichst viel Miete kassieren.“ Weiterlesen

Marktplatzumbau – eine Beschwerde

Die Koordinierungskonferenz Steilshoop schreibt an den Leiter des Bezirksamtes Wandsbek:

Sehr geehrter Herr Ritzenhoff,

die Koordinierungskonferenz Steilshoop empfindet die Organisation und die Koordination der Baumaßnahmen im Zentrum des Stadtteils als eine große Belastung sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Gewerbetreibenden im und um das Einkaufszentrum. Wir teilen auch nicht die Ansicht, dass für die „querenden Passanten … keine Gefahrensituationen entstehen“, wie es in der Antwort der Verwaltung auf eine diese Thematik ansprechende Anfrage der Bezirksfraktion der LINKEN zu lesen ist (20-4961).

Problematisch sind vor allem die Übergänge im Bereich der Fehlinghöhe sowie im östlichen und westlichen Teil des Schreyerrings, welche immer wieder von großen Fahrzeugen der Baufirmen mit einem bemerkenswerten Tempo durchfahren werden – und das, obwohl die Sicht der Fahrzeugführer aufgrund der Konstruktion der Maschinen (Radlader, Gabelstapler) stark eingeschränkt ist. Wir gehen zwar davon aus, dass eine Verpflichtung der Baufirma besteht, die „entsprechenden Vorschriften und Richtlinien für die Baustellenabsicherung einzuhalten“ (ebd.), allerdings scheint wohl selten oder nie eine dahingehende Kontrolle stattzufinden. Weiterlesen

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