I Beg Your Pardon, I Never Promised You A Rose Garden…

      

IKON. Eine weitere melancholische Wahrheit ist zur traurigen Gewissheit geworden:

Grauflächenplaner haben entschieden dem Stadtteil eine einheitlich weiße Trauerbeblumung zu verpassen. Weder im schönen Wonnemonat Mai, in dem bekanntlich der lila Flieder blüht, noch im sommerlichen Rosenmonat Juni gibt es auf der Mittelachse Naturerhebendes zu erleben. Der graue Riese Steilshoop soll grauer Rise bleiben. Weiterlesen

50 Jahre Steilshoop – Nutzen wir die Chance

Dorfgraben. Ikon

Ein Fest zu einem fünfzigjährigen Geburtstag auszurichten, ist heikel. Das fängt schon mit der Gästeliste an, denn in jeder anständigen Familie hat sich ein Teil der Sippe mit einem anderen völlig verkracht. Darf man bei der Einladung die schrägen Cousinen oder den Onkel, mit dem man gerade einen Prozess um Großmutters Erbe führt, einfach übergehen? Dann gibt es da noch den Vetter Trunkenbold, der garantiert auf der Feier für einen Eklat sorgt – und auch die Exgattinnen und –gatten, die man ja eigentlich viel lieber mag als die Neugattinnen und –gatten, bereiten schlaflose Nächte.

Kopfschmerzen verursacht die Frage, was für eine Feier man überhaupt will. Soll es ein nettes, im günstigen Fall sogar lustiges Fest in einem vertrauten Kreis werden, oder verlangt es die Würde und die Bedeutung des Jubilars, dass am Eingang Besenstile ausgegeben werden, auf dass auch die entsprechende Steifheit zu Stande kommt? Will man wirklich ellenlange Elogen über sich ergehen lassen, welche die Biographie des Geburtstagskindes vom Mutterleibe an in den herrlichsten Farben erstrahlen lässt, oder gibt es auch ein Plätzchen für Ironie und Satire?

Alles Fragen, mit denen sich auch die Steilshooperinnen und Steilshooper in den nächsten Monaten abquälen müssen. Weiterlesen

„Wir verlieren sehr viel …

… und gewinnen sehr wenig.“ So die Feststellung Martin von der Mühlens zum Abriss des Bildungszentrums in dem beachtenswerten Bildbändchen Baustelle betreten!, welches pünktlich zur Grundsteinlegung des Schulneubaus der Steilshooper Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Man darf sicher sein, dass von der Mühlen weiß, wovon er spricht. Kaum einer kennt den Komplex des in den letzten Zügen liegenden Bildungszentrums besser als er. Seit einem Vierteljahrhundert als Lehrer in Steilshoop tätig musste er den Untergang der vormaligen Gesamtschule miterleben und war maßgeblich am Aufbau der Schule am See beteiligt.

Das Buch hat nicht die Absicht eine Dokumentation des Abrisses zu sein, sondern gibt mit den Mitteln der Fotografie, der Zeichnung und des Films die Assoziationen und Gefühle wieder, welche die Schülerinnen und Schüler im Winter 2017 hatten, als der Bauteil II des Bildungszentrums dem Erdboden gleich gemacht wurde. Weiterlesen

Salon de Steils – Das verflixte siebte Jahr ist geschafft!

Wenn es hochkommst, sind es einhundertfünfzig (von rund 15.000) Steilshooperinnen und Steilshoopern, welche bisher den Salon de Steils im JETZT wahrgenommen haben. Würden wir irgendwelche öffentlichen Förderungsgelder bekommen, dann müssten wir wohl bei den in diesem Fall regelmäßig stattfindenden Evaluationen so richtig ins Zittern kommen. Es hat seit 2011 weit über siebzig Vorträge zu kulturhistorischen Themen gegeben – und dann nur einhundertfünfzig Teilnehmer! Da die Kulturförderbürokraten in der Lage sind, den Wert von Veranstaltungen in Volt, Watt, Becquerel, Kilogramm, Bar, Metern, Hektolitern oder Bildungspunkten zu bemessen, wären wir wohl eine Marginalie, die man komplett ignorieren könnte und der man auch die Fördergelder streichen würde.

Man könnte dem natürlich entgegen halten, dass auch ein Hektoliter Erbsensuppe nur wenige Gramm Salz benötige, um schmackhaft zu werden, und dass ein Kilogramm Trüffel etwas anderes sei als ein Kilogramm Zuchtchampignons – und ein Vortrag über ein Thema aus dem Bereich der mittelalterlichen Literatur anders eingeschätzt werden müsse als ein Konzert von Helene Fischer.

Gott sei Dank brauchen wir uns nicht mit derartigen Absurditäten aufhalten. Da wir ausschließlich von dem Idealismus unserer Referentinnen und Referenten leben, die sich in ihrer freien Zeit hin setzen, um den Steilshooperinnen und Steilshoopern ein Bildungserlebnis zu bescheren, können uns jene einmal das, was auch der Bischof von Bamberg dem Götz von Berlichingen konnte.

Unabhängig jedoch, ob es öffentliche Mittel gibt oder nicht, wird es nach sieben Jahren mehr als Zeit, einmal kritisch Bilanz zu ziehen. Haben wir unsere Ziele verwirklicht oder ist es notwendig das ganze Programm einmal einer Komplettrenovierung zu unterwerfen? Natürlich bin ich nicht unbedingt der beste Mann dafür, denn in dem Salon de Steils steckt ganz viel Herzblut von mir. Weiterlesen

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