Rising Steilshoop?

Wir alle wissen es noch aus Kindergartenzeiten: Es gibt nur Probleme, die man auch sieht – und wenn man sich einfach die Hände vor die Augen hält, gibt es auch das Problem nicht mehr, oder, um es mit der großen schwedischen Denkerin zu sagen: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Trotz ungeschmälerter Hochachtung für Frau Dr. Langstrumpf scheint mir ihre Lebensmaxime nicht ganz zu Ende gedacht. Was ist, wenn anderen diese Welt nicht gefällt? Ganz einfach: Dann gilt das Prinzip Kindergarten oder in der fernöstlichen Version das der drei Affen.

Diese Art, sich das Leben erfreulich zu machen, führen uns gerade beispielhaft die Steilshooper Quartiersentwickler vor:

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Gemeinsam Lösungswege entwickeln sieht anders aus

Liebe Steilshooperinnen und Steilshooper,

wir hatten am gestrigen Nachmittag ein Gespräch mit dem Leiter des Bezirksamtes Wandsbek Herrn Thomas Ritzenhoff, in dem uns mitgeteilt wurde, dass die Genehmigung für den Abriss der Schule am Borchertring erteilt worden sei. Das bedeutet, dass wieder einmal die Wünsche und Ideen der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils außen vor bleiben.

Senat, Bezirk und SAGA sind nach heutigem Stand offenbar entschlossen, das Bebauungsprogramm mit 400 bis 500 Wohneinheiten nahezu 1:1 durchzuziehen. Die Einschränkung nur deshalb, weil es eine „Jokerfläche“ in Form eines bisher in den Plänen als Parkplatz definierten Fläche geben soll, bei der dem Stadtteil eine gewisse Mitsprachemöglichkeit eingeräumt werden soll.

In der vor ziemlich genau einem Jahr gemeinsam von Stadtteilbeirat und Koordinierungskonferenz beschlossenen „Steilshooper Erklärung“ haben wir hingegen ein Gesamtkonzept für Steilshoop gefordert, welches sich der strukturellen Probleme des Stadtteils annimmt. Wir haben sowohl mündlich als auch schriftlich bei den zuständigen Stellen und Personen wiederholt darauf hingewiesen, welche Bedeutung die zur Bebauung anstehenden Flächen haben könnten, um Verbesserungen im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich zu erzielen.

Wir müssen nun leider feststellen, dass es keine Bereitschaft vom Bezirksamt gibt, über unsere Forderungen zu sprechen.

Trotzdem werden wir versuchen, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Wir hoffen etwa, dass der neue Koalitionsvertrag der Hamburgischen Bürgerschaft so frisch ist, dass auch noch eine Bereitschaft besteht, die Vereinbarung auch umzusetzen. Auf S. 27 etwa kann man lesen: „Wir wollen lebendige Quartiere, die dort lebenden Menschen in das Zentrum der Entwicklung stellen. Unsere Quartiere der Zukunft verbinden Wohnen und Arbeiten, Freizeitgestaltung, Grün und Erholungsräume für Mensch und Natur, Kultur sowie Hilfen und Unterstützungsangebote vor Ort.“ Ein Programmpunkt, fast zugeschnitten auf die Bedürfnisse Steilshoops. Wir werden in den nächsten Tagen versuchen, mit Entscheidungsträgern in Senat und Bürgerschaft Kontakt aufzunehmen, um diese noch zu einem Umdenken zu bewegen.

Weiterhin steht die durch Covid-19 bedingte verschobene Öffentliche Plandiskussion aus. Wir haben sie ja auf der Veranstaltung am 2. März ganz ordentlich vorbereitet, so dass auch hier die Möglichkeit gegeben ist, noch einmal die Position des Stadtteils öffentlichkeitswirksam darzustellen.

Trotzdem müssen wir uns Gedanken machen über andere Formen des Widerstandes. Leider zwingt uns Corona dazu, auf große Versammlungen zu verzichten, so dass sich die Möglichkeiten der Aussprache in Grenzen halten. Wir freuen uns aber über Anregungen, die wir gerne entgegennehmen.

Trotz alledem: Schöne Sommertage wünscht Martin Kersting gemeinsam mit Petra Lafferentz, Egmond Tenten und Andreas Holzbauer.

Monolog eines Virus

«Ich bin gekommen, um die Maschine aufzuhalten, von der Ihr die Notbremse nicht fandet.»

Liebe Menschen, unterbindet doch Eure lächerlichen Aufrufe zum Krieg. Werft nicht mehr diese Racheblicke auf mich. Löscht die Aura des Schreckens, mit der Ihr meinen Namen schmückt. Wir Viren sind das wahre Kontinuum des Lebens auf Erden. Ohne uns wäret Ihr nie entstanden, genauso wenig wie die erste Zelle.

Wir sind Eure Vorfahren, wie die Steine oder die Algen, weit mehr als die Affen. Wir sind überall, wo Ihr seid und auch da, wo Ihr nicht seid. Euer Pech, wenn Ihr in der Welt nur das seht, was Euch ähnelt! Aber, vor allem, hört bitte auf zu sagen, dass ich es sei, der Euch tötet. Ihr sterbt nicht durch mein Wirken auf Euer Gewebe, sondern durch die Abwesenheit von Sorge unter Euresgleichen. Wäret Ihr nicht so habgierig untereinander gewesen, wie Ihr es mit allem, was auf diesem Planeten lebt, wart, hättet Ihr noch genügend Betten, Krankenschwestern und Beatmungsgeräte, um die Schäden, die ich in Euren Lungen anrichte, zu überleben. Würdet Ihr Eure Alten nicht in Sterbeheime stecken und Eure Arbeitstüchtigen in betonierten Hasenkäfigen unterbringen, wäret Ihr sicher in einer anderen Situation. Hättet Ihr nicht die früher noch so üppige, chaotische, so bunt bevölkerte Welt oder eher Welten in eine riesige Wüste verwandelt, wo nur die Monokulturen des Sich-selbst Gleichen und des Immer-mehr gedeihen, hätte ich mich nicht auf meinen Eroberungsfeldzug Eurer Lungen begeben können. Wenn Ihr nicht fast alle, seit Anfang des letzten Jahrhunderts und bis heute, redundante Abdrucke einer gleichen und unhaltbaren Lebensform geworden wäret, würdet Ihr Euch nicht darauf vorbereiten, wie im zuckrigen Wasser der Zivilisation plätschernde Fliegen zu sterben. Wenn Ihr Eure Lebenswelten nicht so leer, so durchsichtig, so abstrakt gemacht hättet, würde ich mich nicht mit der Geschwindigkeit eines Ultraschallfliegers bewegen, das könnt Ihr mir glauben. Ich komme nur die Strafe ausführen, die Ihr seit langem gegen Euch selbst ausgesprochen habt. Vergebt mir, aber Ihr seid es, wenn mich nicht alles täuscht, die Ihr den Namen ’Anthropozän’ erfunden habt. Ihr habt Euch eine Ehre aus der Katastrophe gemacht; jetzt, wo diese sich erfüllt, ist es zu spät, einen Rückzieher zu machen. Die Ehrlichsten unter Euch wissen es wohl: Ich habe keinen anderen Mittäter als Eure soziale Struktur, Euren flächendeckenden ökonomischen Wahnsinn, Euren Systemfanatismus. Nur die Systeme sind ’anfällig’. Alles andere lebt und stirbt. ’Anfällig’ ist nur, wer Kontrolle erheischt und diese verbreiten und verfeinern will. Seht mich an: Ich bin nur die Kehrseite der Herrschaft des Todes.

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Nordbebauung. Steilshooper Fragen

Liebe Steilshooperinnen und Steilshooper, liebe Freundinnen und Freunde des Stadtteils,

auf der Bürgerversammlung am 2. März haben wir versprochen, die auf der Sitzung angesprochenen Bedenken und Sorgen in Fragen zu formulieren und sie an die zuständige Stelle weiter zu leiten. Durch intensiven Gebrauch meines Telefons ist es mir auch gelungen heraus zu finden, welche das ist: Es handelt sich um das Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung beim Bezirk Wandsbek. Dort wurde mir auch der Termin für die Auftaktveranstaltung der Öffentlichen Plandiskussion zur Nordbebauung bestätigt. Es bleibt beim 23. März. Vorgesehen sind Räumlichkeiten in der Campusschule.

Diesen Fragenkatalog habe ich an das Amt versandt, so dass man dort nun vierzehn Tage Zeit hat, sich mit unseren Anliegen zu beschäftigen.

Uns ist bewusst, dass es sicher noch eine Reihe von Aspekten gibt, die nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt sind. Deshalb empfehlen wir, sich auch selbst mit seinen Fragen an das Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung zu wenden:

Stadt-und-Landschaftsplanung@wandsbek.hamburg.de

gilt noch: Bebauungsplan Steilshoop 5 vom 8. Juli 1969

Es wäre schön, wenn ich bei einem Schreiben an das Amt ins CC gesetzt würde. Ich könnte dann die Gesamtredaktion der Diskussionsbeiträge übernehmen und etwas kontrollieren, ob auch alle Fragen ausreichend beantwortet sind:

m.kersting@alraune-hamburg.de

Grüße, Martin Kersting

Erste Bürgerversammlung war ein Erfolg

Mehr als 100 interessierte Steilshooperinnen und Steilshooper waren in den Campus gekommen, um sich über das größte Bauvorhaben der letzten 50 Jahren zu informieren und auszutauschen.

Stadtteilbeirat und Koordinierungskonferenz hatten aus aktuellem Anlass eingeladen, um über die Baupläne der SAGA zu diskutieren.

Moderation durch Dr. Andreas Holzbauer, Kurzreferate von Egmond Tenten und Petra Lafferentz sowie Protokoll von Dr. Martin Kersting

Nach einer Diskussionsphase wurde ein Meinungsbild erstellt. Am Ende wurde abgestimmt und protokolliert.

Fotos: Annette Pankow (3), Klaudia Krummreich (1)

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