Sag mir wo die Einkaufswagen sind? Wo sind sie gebliehiben?

„Dornröschenschloß“. Das EKZ schläft den Schlaf der von Konsumwünschen befreiten Seele, ein Ort für märchenhafte Vorstellungen und tiefe Träume. Wer küßt Dornröschen wach? Steilshoop sucht den Superprinz

IKON. Über den Zustand des „Einkaufszentrums“ Steilshoop ist viel gesagt worden. Mehr Geschäfte, mehr Dienstleister, mehr Angebote wird am häufigsten genannt.

Seltener hört man Lob, dabei ist es sauber, warm und hält Aufenthaltsqualität vor. Das ist viel in einem Stadtteil ohne soziale Treffpunkte, wenn man von den Alraunecafes absieht. Auch ein Sicherheitsdienst ist bei Delinquenz oder unpassendem Verhalten zu Stelle und patrouilliert dort regelmäßig. Nun könnte man spitz anführen: „Nun ja, so besonders viel gibt es dort wirklich nicht zu klauen“, aber der letzte Discounter sieht das anders. Regelmäßig bilden sich dort Schlangen, weil Einkaufswagen fehlen, bzw. gestohlen werden. Nun gibt es kleine Rollwägelchen – im Hackenporschelook – die im Inneren verbleiben müssen, weil sie sonst Signaltöne ausstoßen. Darüber hinaus wecken sie keine monetären Begehrlichkeiten, weil sie ohne Münzpfand genutzt werden können. Der Vorteil: mein letzter Einkauf fiel deutlich geringer aus, denn das kleine Ding ist auch etwas unkomfortabel – 30 mal bücken vor das Kasse – hält die materielle Gier in Zaum. Eigentlich praktisch, oder?! Weiterlesen

Aktuelles zum ÖPNV für Steilshoop

von Bernd Dieter Schlange

Anlässlich des neuen Fahrplans beim HVV und der Einleitung des Verfahrens zum Flächennutzungsplan sollen hier die wichtigsten aktuellen Informationen gegeben und kommentiert werden.

1. Busverkehr

So schnell geht es in Hamburg: Nicht einmal 50 Jahre nach der Fertigstellung der ersten Wohnungen erhalten die Steilshooper beim Umsteigen am Rübenkamp einen direkten Zugang

Öffentliche Verkehrsmittel für Steilshoop – das ist in der Hamburger Presse meistens die neue H (vorher: Stadtbahn, davor: ´ne andere und noch ´ne andere U-Bahn, noch davor: ´ne andere Stadtbahn, ganz davor: noch ´ne ganz andere U-Bahn). Das sind schöne Verkehrsmittel, aber die Steilshooper fahren natürlich mit den Bussen auf der Straße statt mit den Bahnen auf dem Papier.

Deshalb sei zunächst über die Busse gesprochen:

Linie 7

Linie 7 ist bekanntlich „beschleunigt“ worden, ist seitdem wieder so schnell wie vor 50 Jahren (damals hieß sie noch anders) und hat seither deutlich steigende Fahrgastzahlen. Nach wie vor gilt auch hier in der Frühspitze die Vorgabe des HVV, dass ein Problem erst vorhanden ist, wenn regelmäßig zwei aufeinanderfolgende Busse nicht alle Fahrgäste mitnehmen können. Trotzdem wird nachgebessert: Ab Dezember sollen auch in den Abendstunden wieder alle Fahrten mit Gelenkbussen durchgeführt werden, so dass dann Sitzplätze für alle Fahrgäste wieder wahrscheinlich sein dürften. Später sollen dann Großraumbusse mit 4 Achsen zum Einsatz kommen, was auch in der Frühspitze für Entspannung sorgen dürfte. Weiterlesen

TEE am SEE??? Oh ja!!!

Tee am Bramfelder See an einem wunderbar warmen Frühherbst-Sonntag.

Alles wurde aus dem tollen blauen Planwagen gezaubert: Sitzgelegenheiten, schöne Teeschalten, Teekannen mit frisch aufgebrühtem schwarzen Tee; ausgezeichnete, zum Thema passende Bilder wurden aufgehängt und erfreuten Menschen schon beim Herankommen.

Mit zum Tee eingeladenen Spaziergängern wurde geplaudert: über den Stadtteil, aber insbesondere über den zu befürchtenden Abriss der Schule am Borchertring. Dieser Aussage folgte in der Regel großes Erstaunen: „Abriss?? Wieso? Warum? Schule und Turnhalle sind doch in Ordnung. Fällt dort alles zusammen und wir wissen es nicht?“

Unsere Erklärung, dass eine Schule, die bautechnisch gesehen in Ordnung ist, aber laut städtischer Planung hoher Wohnbebauung weichen soll, empörte so machen Spaziergänger. Wir stellten diesen dann unser Projekt vor: ein neu gegründeter Verein zum Erhalt und der Nachnutzung der Schule am Borchertring, kurz VENS, macht sich dafür stark, die vorhandenen Räumlichkeiten einer neuen Nutzung zuzuführen: Räume für Kunst, für Ausstellungen, für Musik, für Theaterprojekte, für Sport, für Veranstaltungen. Es entstünde eine Begegnungsstätte für Steilshooper, die durch vielseitige Nutzung, dem an solchen Projekten armen Stadtteil nur gut tun kann und dringend notwendig ist. Denn was es nur gibt, sind massenhaft Betreuungsstätten, Betüddelungsbevormundung; davon gibt es sogar zu viel und schluckt nur unsinnig das Geld der Steuerzahler. Und vielleicht klappt es ja auch mit einem kleinen Café am See …

Und die Klassenräume können ziemlich problemlos mit wenig finanziellem Aufwand in günstige Mietwohnungen gewandelt werden: für Studenten, für Azubis, für ältere Menschen, für Familien. An eine separate Küche für spontane Kochkünste der Bewohner ist gedacht, an Freiflächen fürs Gärtnern, ob Blumen, Pflanzen oder Küchenkräuter – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Die Spaziergänger waren von den unterbreiteten Zielen des Vereins angetan, wollten mehr Information (die sie auch bekommen) und ein großer Teil sagte ihre Unterstützung zu.

Es war viel Aufwand, jedoch mit Spaß und Freude veranstaltet und das Resümee des Tages: es hat sich gelohnt: für die Bewohner, für eine gute gemeinsame Zukunft im Norden Steilshoops.

Von bi

Sanieren oder Verkaufen

Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel hat seinen Ankündigungen bei der SPD-Veranstaltung “Bleiben wir im Gespräch” am 14. August im BRAKULA Taten folgen lassen: Er hat den Eigentümer des Einkaufszentrums, Herrn Henrik Nygaard Johansen, aufgefordert, seine Immobilie entsprechend der grundgesetzlichen Sozialbindung des Eigentums zu entwickeln, d.h. eine tragfähige und die Lage des Sozialraums berücksichtigende Perspektive zu entwickeln. Gleichzeitig hat er Unterstützung bei der Suche nach einem Käufer angeboten. Sanieren oder Verkaufen lautet die Forderung.

Es ist nun an uns allen in Steilshoop, jede Gelegenheit dafür zu nutzen, den breiten Protest gegen die Verwahrlosung unseres “Zentrums” und seiner darauf befindlichen Wohnungen zu bündeln!

KoKo und Stadtteilbeirat sollten im Rahmen eines “Runden Tisches Einkaufszentrum” Aktionen und Pressearbeit verstärken. Sollte der Eigentümer weder verkaufen noch in seine Immobilie investieren, sollten wir seine Enteignung fordern.

Von Merle Wilke und Petra Lafferentz

Let it roll…

IKON. Dem Stadtteil Steilshoop fehlt es an Verschiedenem: ein gediegenes Einkaufszentrum und eine schöne autofreie Piazza stehen ganz oben auf der Liste. Über manches verfügt der Stadtteil allerdings auch in großzügiger Segnung: üppiges Grün (das vom Zerberus der Gruppe Kahlschlag stoppen bewacht wird), einen großen See mit Reiherinsel, verkehrsberuhigte Wege, Betreuungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Bedürftige. Und seit neuestem gibt es sogar etwas, dass es nur hier gibt und einzigartig ist: ein blauer Planwagen rollt durch die Ringe. Weiterlesen

Petrus Schlüssel

Für manche der Himmel auf Erden: eine schöne Wohnung im grünen Steilshoop, zwischen Bramfelder See und Seebek. IKON

Der Traum von der eigenen Wohnung, der größeren Wohnung oder der Wohnung am bevorzugten Standort wird für viele auch weiterhin ein schöner Traum bleiben, wenn die Mieten in der Elbmetropole weiterhin so steigen.

Das ist schön für diejenigen, die in der Gewissheit leben, dass Petrus, nach der diesseitigen Zeit ein hübsches kuscheliges Plätzchen im Jenseits für einen bereit hält. Für manche wäre allerdings die Schlüsselübergabe zur neuen Wohnung schon eine himmlische Freude im Hier und Jetzt.

Komisch wäre es aber, wenn Petrus „Mieter“, die er schon aufgenommen hätte, einer nochmaligen Prüfung unterziehen würde, weil ihm im Nachhinein das Tugendkonto als zu leicht erschiene und die Sünden als zu schwerwiegend. Eine Neubewertung hätte zur Folge, dass manche wieder ausziehen müssten. Auch stünde vielleicht eine himmlische Sanierung an nach einem 2000jährigen Sanierungsstau und klar ist, dass dann auch das Anforderungsprofil für den Himmelsaufenthalt reformiert werden müsste. Weiterlesen

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