Thema verfehlt! Setzen! Sechs!

Die Redaktion von „forum-steilshoop“ hat das Versprechen abgegeben, den spröden Text des Rückblicks auf die Quartiersentwicklung in kleineren Beiträgen etwas gefälliger aufzuarbeiten, um die zentralen Punkte der Diskussion einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, verbunden mit der Hoffnung, dass eine rege Diskussion im Stadtteil über dessen Zukunft daraus erwächst. Allerdings stehen wir nun vor dem Problem, dass wir bei den Themen werten und gewichten müssen. Was erscheint uns so wichtig, dass es unmittelbar den Steilshooperinnen und Steilshoopern mitgeteilt werden muss, was ist eher von geringerer Bedeutung und kann somit am Rande behandelt werden? Da nun endlich die Beteiligungsgremien – Stadtteilbeirat und Koordinierungskonferenz – den Entschluss gefasst haben, die Themensetzung der weiteren Quartiersentwicklung selbst zu gestalten, lastet natürlich auf der Redaktion auch eine gewisse Verantwortung.

Besonders traurig empfinden wir, dass eine der zentralen Forderungen des RISE-Programms nicht einmal angegangen worden ist. Eines der auf Seite 4 formulierten Leitziele lautet: “Verbesserung der Lebensbedingungen durch soziale und materielle Stabilisierung des Gebiets”. Man kann dieses Ziel auch einfacher formulieren: Kampf gegen die Armut im Stadtteil. Weiterlesen

Geisterbahnhöfe und Geisterbüros

Ein Beitrag zur archäologischen Feldforschung in Steilshoop

Wie die Mehrzahl meiner Mitbürger habe ich im November 1989 die überwiegende freie Zeit vor Fernseher und Radio verbracht und ein kleines Vermögen für Presseprodukte ausgegeben, denn, liebe Kinder, man munkelte zwar etwas von diesem Internet, aber wir waren natürlich der Überzeugung, dass sich so etwas doch wohl nicht durchsetzen würde. Meine Gier nach den Sensationen, welche sich damals weit östlich meines Wohnortes regelrecht jagten, musste ich aus den alten Medien befriedigen.

Für mich – eingefleischter Bahnliebhaber seit Kindertagen – waren die wieder entdeckten Geisterbahnhöfe der U-Bahnlinien 6 und 8 in Berlin eine der größeren Sensationen. Bis heute haben für mich die Namen Jannowitzbrücke oder Schwartzkopffstraße einen ähnlich mythischen Klang wie für spanischen Conquistadoren El Dorado oder für Katholiken Altötting. Faszinierend fand ich vor allem, dass hier ein Zustand konserviert worden ist, wie er am 13. August 1961 geherrscht hat. Plakate im munteren fünfziger Jahre-Design – und der amtierende Berliner Fußballmeister BSG Motor Köpenick kündigte ein Punktspiel gegen die SG Adlershof an. Weiterlesen