Was war da los im Westwing Steilshoops? (Teil 1)

Vor Wochen tauchte in meinem Briefkasten eine Postkarte ohne Absender auf. Düstere Typographie, jeder Buchstabe in einer anderen Schrift, geschrieben, gedruckt, gepinselt. Mit etwas Mühe kann ich in vier Zeilen mit je drei Buchstaben lesen, aber verstehen? Schwarzer Hintergrund weiße Lettern, rechts unten ein fetter gelber Button mit der Aufschrift: 

„STROMKASTEN-GALERIE STEILSHOOP
ERÖFFNUNG AM 10.MAI UM 12.00 UHR“

Das klingt so wie „Die drei Fragezeichen und …“

Rückseite:

START: EDWIN SCHARFF RING 80. EIN PROJEKT VON … IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE AM SEE …

Aha, warum weiß ich davon nichts? Und was ist das überhaupt? Eine „Stromkasten-Galerie“, Farbe auf verwittertem Grundmaterial bezahlt von Sponsoren, ausgeführt von SchülerInnen der Stadtteilschule? Weiterlesen

Vorzugsvariante versus Mittelachsensanierung?

Bleiben wir mal bei der Sache und schieben beiseite, dass Politiker immer gerne auf Widerspruch eindreschen, wenn dieser personifizierbar ist. Anstatt dankbar zu sein, wenn Bürger mitdenken, werden sie in Ecken gestellt und es wird der Eindruck erweckt, es werde nur Parteiengezänk verlautbart.

Bei den Planungen zur U5, speziell den Auswirkungen auf das Zentrum von Steilshoop, haben die Fachleute der Hochbahn ca. 100 Steilshoopern den Sachstand persönlich vorgestellt: Als Gründe für eine einzige Haltestelle wurden genannt, dass dies wirtschaftlich sein muss, zentral für viele Fußgänger erreichbar und aufgewertet (städtebaulich) soll diese Ecke Steilshoops auch werden. Weiterlesen

Was denkt ein Steilshooper über die U5?

Wollen wir in Steilshoop wirklich eine U5 die so fährt wie der gegenwärtige Planungsstand zu sein scheint? Und wenn ja, zu diesem Preis?

Heilige Madonna hilf mir mich zu erinnern was im letzten Juli im “Hochzeitssaal der Hochbahn” uns Steilshoopern widerfahren ist. Es soll also tatsächlich endlich und eventuell schlußendlich eine U-Bahnanbindung für Steilshoop geben. Das ganze Projekt darf man natürlich nur im Konzert mit allen anderen, an der neuen Linie befindlichen, betroffenen denken. Aber ich denke mal nur „steilshoopisch“.

U5 Haltestelle Steilshoop – Schreyerring oder Gründgensstraße?

Wir sollen hier nur eine Haltestelle bekommen, obwohl die Mehrheit bei uns drei viel besser finden würde. Behaupte ich mal so einfach. Warum? Weil der Fußweg zur U-Bahn für mich, für Opa und Oma am kürzesten ist. Der Einzugsbereich für U-Bahn Nutzer ist so am größten, man kann da nämlich drei Kreise ziehen um theoretisch festzustellen, wieviele Menschen wohl dort wohnen (Auto-, Fahrrad-, GarnichtfahrerInnen eingeschlossen).

Die Vorgabe für nur eine Haltestelle ist genauso wenig überzeugend wie die Behauptung, dass alle Steilshooper BürgerInnen, die im Juli, förmlich genötigt wurden die Hand zu heben, dafür sind, dass wir eine Haltestelle im Gropiusring bevorzugen würden. Der mit viel Verve vorgetragene Vorschlag der Hochbahn, die Haltestelle im Schreyerring anzulegen, hat ja auch einiges für sich. Eine Bürgerbeteiligung setzt schon eine Ansprache aller Steilshooper voraus. Auch wenn die blaue Kachel damals scheinbar wegen der U Bahnplanungen tiefergelegt wurde und das kostete gefühlte 500.000 DM und es kommt noch dicker:

Extra Bauvorleistungen wurden getroffen, die Fundamente wurden vorbereitet (Spundwände) und es gibt Augenzeugen die im Netz der Netze bezeugen können, dass Bauarbeiter für die zukünftige U-Bahn gearbeitet haben. Und es gibt diesen ominösen Ort unter dem Gropiusring der besichtigt werden muß und zwar diesmal physisch und persönlich. Dummerweise gibt es darüber wohl keine Unterlagen und Pläne mehr!

Die BürgerInnen wurden also gefragt und sind zufällig derselben Meinung wie die meisten SPD Bezirksfunktionsträger. Nachtigall ich hör´dir trapsen. Übrigens retten wir mit diesem Vorschlag die 3,52 Mio. Euro für einen Marktplatz in Campus-Entfernung, der vielleicht dadurch etwas belebter wird. Das ist begrüßenswert und in meinem Sinne. Obwohl auch diese verbesserungsfähigen Marktplatz- und Eventflächenplanungen im Rahmen des HID (Housing Improvement Districts) nicht alle Steilshooper beglücken werden.

Tiere und Kinder brauchen unsere Aufmerksamkeit

  th-eingang

Da gibt es seit Jahren einen Platz wo einem das Herz aufgeht, wenn man zufällig hereinschneit und das Tierhaus der Alraune betritt. Gleich neben dem Schulaltbau der Schule am See (Alter Eingang Gropiusring 43) und an das neue Campus Gelände angrenzend.

Die Kinder sind begeistert über dem was sich da alles so tummelt, zwitschert und riecht, wie man es so gar nicht mehr gewohnt ist, in unserer städtischen Alltagswelt. In liebevoll eingerichteten Volieren, Terrarien, tiergerechten Innen- und Außengehegen. Einige im Winterschlaf, nicht zugänglich wie die zu Berühmtheit gelangte Bartagame, die ihren Pulsschlag reduzieren kann, wie man es gerne selber könnte um durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Weiterlesen

HID: Ohnmacht, Rückzug und Wahlverzicht?

An der KanteEs bleiben einige Fragen, auch wenn die Mittelachse in Steilshoop für einige jetzt schöner ist als vorher.

Ist die Ohnmacht von uns BürgerInnen gegenüber den Entscheidungen von Politikern und Interessenvertretern, privater Besitzer und Investoren das einzige Reaktionsmuster?

Es gibt Public Private Partnerships (PPP) bei der Autobahn A1 bei Bremen, bei einem Gefängnis in Rostock, bei der Katharinen-Schule in der Hafencity Bauherr: Otto Wulff PPP. Zukünftig vielleicht bei der Sanierung der verkehrspolitischen Altlasten der Bundesrepublik, die weder in der bleiernen Zeit unter Helmut Kohl, noch unter Schröder/Fischer angegangen wurden. Allesamt sind PPP für Investoren und die öffentliche Hand ein Anreiz. Die Gründe sind im Einzelfall sehr komplex und von uns BürgernInnen kaum zu durchschauen. Sind PPP aber auch ein Segen für das Gemeinwohl und die öffentlichen Räume? Kommt ihr vielbeschworener Nutzen auch langfristig billiger daher? Oder zahlen auch wir am Ende mehr als versprochen? (s.a. U-Bahnbau in London, da ging das Betreiberkonsortium 2007 Pleite und der Staat mußte für alles weitere gerade stehen.) Weiterlesen

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