Tiere und Kinder brauchen unsere Aufmerksamkeit

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Da gibt es seit Jahren einen Platz wo einem das Herz aufgeht, wenn man zufällig hereinschneit und das Tierhaus der Alraune betritt. Gleich neben dem Schulaltbau der Schule am See (Alter Eingang Gropiusring 43) und an das neue Campus Gelände angrenzend.

Die Kinder sind begeistert über dem was sich da alles so tummelt, zwitschert und riecht, wie man es so gar nicht mehr gewohnt ist, in unserer städtischen Alltagswelt. In liebevoll eingerichteten Volieren, Terrarien, tiergerechten Innen- und Außengehegen. Einige im Winterschlaf, nicht zugänglich wie die zu Berühmtheit gelangte Bartagame, die ihren Pulsschlag reduzieren kann, wie man es gerne selber könnte um durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Wellsittiche, Papageien, Schafe, Kaninchen, Hasen, Mäuse, ein gelber Wasserfrosch usw.

Sehr schön anzusehen und einige sind ja auch zu streicheln und vermittelt den Kindern Eindrücke, die sonst selten geworden sind.

Und nun hört man, dass dieser Ort verschwinden soll, beschlossene Sache gewissermaßen. Irgendwo von der Politik die oftmals anonym über den Köpfen und den Bedürfnissen der Menschen angerichtet wird. Da müsste jetzt eigentlich, der Mengen-zustande-bringende Flashmop initiiert werden, der 3000 Protestierer auf die Straße bringt und ein Aufschrei durch den Stadtteil zu hören sein.

Die Schule am See findet es auch bedauerlich, dass sie kein eigenes Gelände zur Verfügung hat, um eine Nachnutzung sicher zu stellen (So Frau Schmöcker auf der Koko vom 31. Oktober). Die Schulklassen sind immer gerne gekommen und haben ihren Horizont erweitert.

laternenlauf-linkeDa muß man der Linken dankbar sein, dass die Partei zu einem Laternenmarsch aufgerufen und eine Unterschriftenliste aufgesetzt hat um noch etwas Aufmerksamkeit zu schaffen. Aber die regierenden und liberalen haben derartiges ja nicht nötig. Im Gegenteil betreiben sie sogar die Schließung. Hier stellt sich wiedermal die Frage: „Kann man noch etwas tun?“ Oder ist schon alles zu spät?

Wenn man das Tierhaus erhalten will, kann man immer etwas tun! Seit kurzem gibt es die Möglichkeit bei einer Online-Petition seine Unterschrift zu leisten und dann werden wir schon sehen:

https://www.openpetition.de/petition/online/erhaltet-das-tierhaus-steilshoop

Gegenwärtig wissen nur wenige im Stadtteil, dass das Tierhaus geschlossen werden soll, genauso wie anfänglich nur wenige wußten, daß Bäume gefällt werden müssen um einige landschaftsarchitektonische Designvorstellungen von hochbezahlten, nicht im Stadteill wohnenden Wettbewerbsgewinnern, verwirklichen zu können. Bis es zur Kahlschlagstoppen Bewegung gekommen ist und damit über 100 Bäume gerettet werden konnten.

Generell stellt sich bei jedem derartigen Ereignis immer die grundsätzliche Frage nach der Bürgerbeteiligung und der Berechtigung für eine Maßnahme, die so aussieht als wäre sie nicht mehr zu verhindern. Weil es eine Entwicklung ist, die von den vermeintlich mächtigen der Stadt, der Kirche, der Politik oder dem König oder dem Scheich per Order de Mufti erlassen wurde? Neuerdings werden die normalen Leute, die sich nicht täglich mit den Wirrungen der Politik und den Irrtümern der Behörden befassen können, wieder öffentlich beschimpft als die „Dummen“.

Lassen wir alles über uns ergehen und fügen uns in ein keineswegs gott- oder allahgegebenes Schicksal?

Die Erde ist keine Scheibe mehr, obwohl die herrschende kirchliche Meinung diesen Unsinn noch immer gepredigt hatte und der Papst erst im Jahr 1992 sich dafür entschuldigt und Galileo rehabilitiert hatte.* (Ptolemäisches Weltbild vs. Kopernikanisches).

Die Kreationisten (Evangelicals) in Amerika, maßgeblich dafür verantwortlich dass ein D.Trump gewählt werden konnte, trotz haarsträubender Aussagen über die Menschen und die Welt im allgemeinen, behaupten immer noch:  „die Welt sei in sieben Tagen von Gott erschaffen worden“. Dafür bekommt man in der Schule eine „Eins“.

Steilshoop ist nicht die Hafencity, Tiere und Kinder sind nicht die bevorzugten Adressaten lokaler Politik, wenn sie ihr im Wege stehen. Da müssen wir Steilshooper wiedermal aktiv uns engagieren und unseren Bedarf anmelden. Die Schule am See haben wir auf unserer Seite.

Von dieser werden wir übrigens in der Zukunft noch mehr hören. Die stellt sich gerade neu auf (Mit neuer Schulleitung und Leitungsteam das an einem Strang zieht) indem sie verstärkt um Schüler/Innen wirbt die nach der vierten Klasse im Stadtteil bleiben und Ihr Abitur in normalem Tempo an der Stadtteilschule machen (G10). Sie wird übrigens nicht abgerissen (nur die alte H20) und wir dürfen uns alle auf einen grandiosen Neubau in 3 Jahren (angepeilte ca. 37 Mio. Bausumme ohne Quartierzentrum**) freuen, indem unsere Erstklässler wieder in vier Klassen unterrichtet werden dürfen, mit der neuesten digitalen Infrastruktur, im Gigabitnetz der Schulbehörde.

*http://www.spektrum.de/quiz/450-geburtstag-wann-rehabilitierte-die-kirche-galileo-galilei/776934

2 Kommentare

  • Claudia Fischer

    Ich bin auf jeden Fall für den Erhalt des Tierhauses! Nicht nur für die Steilshooper. Auch für Steilshooper Besucher!

  • ATH

    Ich bin auch für den Erhalt des Tierhauses und habe diesen Beitrag im Nachbarschaftsnetzwerk “nebenan.de” ebenfalls verlinkt.

    LG aus Steilshoop, ATH

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