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Im Salon: Groß- und Urgroßmütter des Pinups

11. Dezember, Beginn 19:00

kostenlos

Vortrag von Dr. Martin Kersting

Die Früh- und Hochmittelalterabteilungen in den großen Museen sind für die ausschließlichen Liebhaber erotischer Kunst ein ausgesprochen ödes Terrain. Natürlich gibt es sehr schöne Madonnen, Katharinen oder Maria Magdalenen, aber deren erotische Ausstrahlung tendiert in der Regel gegen Null. Selbst Eva, in der christlichen Tradition der Inbegriff der Sexualität, kommt bis weit in das 15. Jahrhundert doch recht trocken daher.

Mit der Renaissance unter dem Einfluss der Antike entsteht auf einmal ein Bewusstsein für die Körperlichkeit und recht plötzlich erscheinen zunächst in Italien eindeutig erotische Bilder (Botticelli, Piero di Cosimo) parallel zu einer erotischen Literatur (Bocaccio, Margaretha von Navara). Zunächst auf antike Motive beschränkt werden bald auch christlich-biblische Themen (Judith, Bathseba, Salome) erotisiert. Es entstehen zahlreiche Maria Magdalenen, denen man die reuige Sünderin nur unter gewissen Vorbehalten abnimmt (Bernardino Luni, Francesco Bacchiaca).

Die Massenproduktionen der Firma Cranach versorgte ganz Europa mit ruhenden Nymphen, Venussen, Lucretias und Evas.

Auch der männliche Körper wurde erotisiert (David von Michelangelo). Mit der Darstellung des Apostel Bartholomäus bildet sich schon der barocke Muskelmann vor.

Das Barock und das Rokoko gehen diesen Weg weiter und entwickeln einen Frauentypus, auf den schließlich die Pinup-Darstellungen in vulgarisierter Form seit den vierziger Jahren zurückgreifen.

Selbstverständlich wird in dem Vortrag auch reichlich Bildmaterial gezeigt.

Details

Datum:
11. Dezember
Zeit:
19:00
Eintritt:
kostenlos
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Veranstalter

Salon de Steils – Eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Kultur zur Förderung des Vortragswesens in Steilshoop

Veranstaltungsort

Kulturtreff Café JETZT
Gründgensstraße 22
Hamburg, 22309