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SUMMARY:Lebensalter – Die Einteilung eines Menschenlebens in Vergangenheit und Gegenwart
DESCRIPTION:  \nEs gibt schon eigenartige Gründe\, sich mit einem Thema zu beschäftigen – und dann gar noch einen Vortrag daraus zu machen. Die Quelle meiner Inspiration war der Stadtteilbeirat. Dort zeigte ein junger (genau hier fängt die Problematik an) Mann sich hochgradig unerfreut\, dass das Gremium seinen Vorschlag\, eine Veranstaltung für die Jugend zu machen\, nicht mit der von ihm erhofften Begeisterung aufgenommen hat. Seine etwas erzürnte Schlussfrage lautete\, wer von den Anwesenden unter 37 sei. Es ist sicher keine Überinterpretation seiner Frage\, dass dieses Alter nach der Ansicht des jungen Mannes noch zur Jugend zu rechnen sei. \nEr hat insofern recht\, dass er aufgrund seines noch nicht allzu weit fortgeschrittenen Alters nicht die ganze Palette der Berufsangebote in der Bundesrepublik Deutschland wahrnehmen kann. So muss er noch etwa drei Jahre warten\, bis er sich um das Amt des Bundespräsidenten bewerben kann. \nTrotzdem gab es nach der Stadtteilbeiratssitzung Gespräche\, die sich darum drehten\, wann wir – alle über 37 – aufgehört haben\, uns als Jugend zu sehen. Einhellige Meinung: Deutlich früher. \nFür mich war das Anlass\, mich schlau zu machen\, wie das vorhergehende Generationen gesehen haben. Wie es so oft passiert: Man sucht die Antwort auf eine Frage – und erhält Antworten auf Fragen\, auf die man gar nicht gekommen ist: Für mich war es eine große Überraschung\, dass zwar in der bildenden Kunst die Lebensalter im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine ganz zentrale Rolle spielen\, dass aber die einzelnen Generationen nicht oder kaum durch kulturelle Schranken separiert waren. Von einer eigenständigen „Jugendkultur“ kann man frühestens mit dem Aufkommen der Wandervogelbewegung im ganz späten 19. Jahrhundert sprechen. \nDieser Befund macht es notwendig\, sich auch Gedanken über die Ursachen dieser so einschneidenden kulturellen und gesellschaftlichen Veränderung zu machen. Spielt der demographische Wandel eine Rolle? Wie weit wirken sich die verlängerten Ausbildungszeiten aus? Sind die Medien daran beteiligt? \nIch muss gestehen\, dass ich hier noch ganz am Anfang meiner Überlegungen stehe\, bin aber guten Mutes\, dass ich bis zum 11. Juni in meinem Vortrag wenigstens die ein oder andere Hypothese zur These ausbauen kann. \nDr. Martin Kersting \nAufrufe: 489
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