Tempi passati

Am SchachfeldSommersamstagsnachmittage am Erich-Ziegel-Ring im Jahre 2014: Eine wichtige Station auf dem Weg zum Bramfelder See. Lothar Lekat saß unter seinem Lieblingsbaum, um ihn herum viele Kinder, sowie einige Erwachsene, die entweder an den großen Freiluftfeldern oder an den kleinen Tischen Schach spielten. Noch mehr Erwachsene, die sich zu einem kleinen Schwätzchen mit Lothar und etlichen anderen vorbei gehenden Passanten trafen. Zahlreiche Kinder kletterten auf den Findlingen um den Anker.

Sommersamstagsnachmittage am Erich-Ziegel-Ring im Jahre 2015: Lothars Lieblingsbaum ist weg, aber immer wollen er, die Schachspieler, die kletternden Kinder nicht einsehen, dass die kleine Idylle nicht mehr erwünscht ist. Ohne Schatten trotzen sie der sengenden Sonne, immer noch ist der Platz ein Ort für ein kleines Schwätzchen.

Sommersamstagsnachmittage am Erich-Ziegel-Ring im Jahre 2016: Eigentlich hält nur noch Lothar die Stellung. Die Kästen mit den Schachfiguren sind fernab der Felder untergebracht, damit auch nichts die freie Sicht auf irgendetwas stört, die Rasenkanten sind sauber beschnitten, der Platz kann jetzt mit einer Riesenkehrmaschine blitzeblank gehalten und sagrotanbehandelt werden. Auch das phantasiebegabteste Kind kann mit dem blöden Anker nichts mehr anfangen, nachdem die Findlinge ihm genommen worden sind. So stören auch keine herumstehenden Menschen die großartige Optik zwischen Bramfelder See und Einkaufszentrum. Einzig und allein der Lothar ist noch ein Hindernis bei der Verwirklichung des alten Architektentraums der reinen Architektur.

Aquarell: Mariana Martins Fernandes

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