Integrierte Stadtteilentwicklung 2008 bis 2017. Ein Rückblick

Natürlich war es kein Kunststück zu prophezeien, dass die Stadtteilbeiratssitzung am 12. September recht interessant werden würde. Schon die Diskussion im Finanzkreis vor einigen Wochen hat der Redaktion von forum-steilshoop einen kleinen Vorgeschmack davon gegeben, dass man viel daran setzt, den Text des Rückblicks auf die Quartiersentwicklung der vergangenen neun Jahre nicht erscheinen zu lassen. Kurz und schlecht: Unser Antrag auf Finanzierung der Druckkosten wurde abgelehnt, oder genauer regelrecht abgeschmettert, indem sich keine einzige Hand und keine einzige Stimme aus dem Stadtteilbeirat erhob, um der Untersuchung doch noch eine gedruckte Form zu geben.

Dennoch sind wir als Antragssteller gar nicht mal so unzufrieden, schon deshalb, weil ein wichtiges Etappenziel erreicht worden ist: „Integrierte Stadtteilentwicklung 2008 bis 2017. Ein Rückblick“ (Gratis PDF herunterladen) steht im Focus der Steilshooper Öffentlichkeit, obwohl der Text zum Zeitpunkt der Stadtteilbeiratssitzung noch gar nicht zugänglich war. Vor allem hat uns erstaunt, dass es schon erste Ansätze einer inhaltlichen Diskussion gab – und das stimmt uns hoffnungsvoll, dass Steilshoop endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Weiterlesen

Bereit für eine Bilanz?

Rückblick auf 10 Jahre Integrierte Stadtteilentwicklung. Eine Ankündigung

Ein lehrbuchmäßiges Paradoxon entsteht zum Beispiel dann, wenn man die Worte „Stadtteilbeiratssitzung“ und „interessant“ in einem einzigen Satz zusammenbringt. Obwohl uns also die Unmöglichkeit dieser Kombination völlig bewusst ist, wagen wir für den 12. September eine Prophezeiung: Wir werden eine interessante Stadtteilbeiratssitzung erleben.

Auf der Tagesordnung steht nämlich ein Antrag der Redaktion dieser Webseite, aus Mitteln des Verfügungsfonds Steilshoop den Druck eines gut einhundertseitigen Textes zu finanzieren, der sich mit dem Quartiersentwicklungsprozess in den vergangenen zehn Jahren beschäftigt. Nun ist natürlich allen Beteiligten klar, dass sich das Jubilieren über die Erfolge dieses Projektes in Grenzen halten wird. Das liegt aber kaum an den Autoren (Martin Kersting, Bernd-Dieter Schlange, Egmond Tenten, Sylvia Wachs), von denen bekannt ist, dass sie sich in einer oppositionellen Stellung zu dem Quartiersmanagement befinden, sondern an der Tatsache, dass eine intensive Beschäftigung mit den Quellen und Vorgaben, beispielsweise dem RISE-Programm, welches die Grundlage der Quartiersentwicklung ist, auch bei wohlwollenderen Verfassern zu einem ähnlichen Ergebnis führen muss.

Obwohl das Agieren des Quartiersmanagements (und des Managements des öffentlichen Raums beim Bezirk Wandsbek) nicht immer besonders geschickt war, weist der „Rückblick“ nach, dass hier auf keinen Fall das eigentliche Problem für das Scheitern der Sanierung lag und liegt. Es waren und sind systemische Fehler, welche zu der trostlosen Bilanz führen. Weiterlesen

Bürgerbeteiligung in der aktuellen Quartiersentwicklung

Überlegungen zu einem bürgernahen Konzept

Stadtteiljubiläum. Luftballons 01Auf Seite 5 des ersten Teils des immer noch gültigen Quartiersentwicklungskonzepts (im Folgenden QEK I, hier als PDF) der Lawaetz-Stiftung für Steilshoop steht ein lakonischer Satz, der aber sehr aussagekräftig für das Verfahren ist: „Im Januar 2009 legte die Lawaetz-Stiftung dem Bezirksamt Wandsbek den ersten Entwurf eines Quartiersentwicklungskonzepts vor“. Brisant ist das Datum: Zwar hat es im Vorjahr im Kontext eines „planing for real“-Verfahren Kontakte mit Steilshoopern und Steilshooperinnen gegeben, es sind an Hand von Modellen Meinungsäußerungen über die künftige Gestaltung des Stadtteils eingeholt worden, aber das alles war (und ist) noch weit entfernt von einer dezidierten Meinungsbildung im Stadtteil. Trotzdem sah man sich zu diesem Zeitpunkt schon in der Lage, ein Papier zu erstellen, welches das Gesicht Steilshoops auf Jahrzehnte hinaus prägen sollte.

Es scheint den Verantwortlichen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt bewusst gewesen zu sein, dass dieses Vorpreschen nur sehr eingeschränkt mit einem Beteiligungsverfahren, wie es ja zum Beispiel das RISE-Programm einfordert, kompatibel ist. So werden auf S. 8 des Konzeptes eine Reihe von „Bürger- und Akteursbeteiligungen“ aufgeführt, die aber nur partiell etwas mit echter Mitbestimmung zu tun haben. So nett wie auch Aktionen wie „Il canto del mondo“ oder „Buchstart Hamburg“ waren, sie hatten eigentlich den uns gewohnten Charakter. Sie sind, wie auch das Konzept zugibt, initiiert worden: Auswärtige Akteure wurden (gegen entsprechende Honorare) beauftragt, uns Steilshooper zu unterhalten. Dass es dabei auch regelrechte Ärgernisse gab, konnte eigentlich nicht ausbleiben. So sind für den Stadtteil weiland für sicher viel Geld die Geräte für die „Bewegungsbaustelle“ angeschafft worden, die aber anscheinend verschwunden, bzw. für Bürgerinnen und Bürger nicht mehr zugänglich sind. Weiterlesen

Gratulation zur Wahl des Stadtteilbeirats

KappeNatürlich fällt es schwer, die Finger unter Kontrolle zu bringen. Wie gerne möchten diese loslegen und einen schönen kommentierenden Text zu der Wahl des neuen Stadtteilbeirates in die Tastatur hauen. Das Problem nur für einen Blog, der sich wohlwollend-kritisch mit den Ereignissen in Steilshoop auseinandersetzen möchte, dass es gar nichts zu kritisieren gibt, auch nicht mit ein bisschen weniger Wohlwollen.

So gehe ich auch völlig mit der grandiosen Facebookseite konform, dass der Steilshooper Stadtteilbeirat nun bunter wird. Die Selbstverpflichtung der gewählten Männer – um die Frauen muss man sich nicht mehr viele Gedanken machen, denn sie sind (dem Herren sei Lob und Preis) in diesem Beirat höchstens eine Marginalie – zu schrillen Hemden und grellbunten Krawatten finde ich großartig. Weiterlesen