Ein Jahr FORUM STEILSHOOP

Peter Drellers Leitsatz – und Dank ihm auch Leitsatz der Redaktion von FORUM STEILSHOOP.

Als am 17. Juni 2016 unter technisch suboptimalen Bedingungen im Hofe der Produktionsschule die Webseite „FORUM STEILSHOOP“ erstmalig freigeschaltet wurde, hatten wir schon etwas Angst vor der eigenen Courage. Nachdem fast über eine ganze Dekade die Fahne der Niedrigschwelligkeit über Steilshoop flatterte, haben sich ein paar Leute erkühnt, in grammatisch etwas anspruchsvolleren Sätzen zu schreiben, Zeichnungen zu schaffen, über die man schon etwas nachdenken muss und Themen aufzugreifen, für die schon einmal deutlich mehr als 1000 Zeichen benötigt werden.

Und trotzdem werden wir gelesen: Die Mitglieder des Stadtteilbeirates zum Beispiel haben es geschafft, schon im September auf den ersten Artikel und die erste Karikatur vom 22. Juni 2017 zu reagieren. Begeistert hat uns hier die dezidierte und sehr fein gestrickte Kritik, auf die wir kaum zu hoffen wagten. Als wir dann noch in der Debatte über die Entgegnung des Stadtteilbeirates mit den wirklich Großen des satirischen Faches, den Redakteuren von Charlie Hebdo, die ja bekanntlich ihren Tod provoziert haben, verglichen wurden, überkam uns doch ein fast schon unbotmäßiger Stolz. Vor allem aber war uns klar: Aufgeben kommt gar nicht mehr in Frage: Steilshoop braucht uns!

Zwar betont der Stadtteilbeirat sein Monopol auf Buntheit, vor allem dann, wenn er aus einer herrlich grünen Zone eine triste und graue Marktfläche bastelt, aber richtig bunt ist Steilshoop erst geworden, nachdem FORUM STEILSHOOP auf Sendung gegangen ist. Wir reden nicht von den roten, ins lila changierenden Köpfen einiger unserer Leser, wenn sie unsere Seite gustieren, sondern dass es wieder ein Organ gibt, das über die schönen Dinge im Leben spricht, über Kunst, über Literatur, über Musik. Wenn nicht gerade wieder einmal ein Imageverbesserer uns heimsucht, ist man hier nur dann politisch korrekt, wenn man das entsetzliche Steilshooper Elend beklagt, damit auch die nächste Generation der Stadtentwickler, Imageverbesserer und Elendsberater hier ein warmes Plätzchen findet. Es war von Anfang an unser Ziel, eine Bresche in diese Tristesse zu schlagen, was uns hier und da auch einmal gelungen ist.

Auf jeden Fall hatten wir unseren Spaß. Es hat schon eine diebische Freude gemacht, an einem regnerischen Samstagnachmittag den Chorgesang zu „Steilshoop first“ einzustudieren; die richtig netten Sachen sind schon einmal unter dem wohltätigen Einfluss einer Flasche Rotwein produziert worden. Auch die Arbeit im stillen Kämmerlein an einem Bild oder an einem Artikel hat zu so manchem glücklichen Moment geführt, wenn man eine mäßige Bösartigkeit mit einer richtigen toppen konnte.

Allerdings ist eins anders geworden. Seit einem Vierteljahr fehlt uns Peter Dreller, der mit seinem trockenen Humor einerseits, seiner Bodenständigkeit und seiner Beharrlichkeit andererseits für uns immer noch unentbehrlich ist. Er ist nicht nur immer noch im Impressum unserer Seite bei uns, sondern auch eigentlich bei jeder Sitzung. Schon deswegen haben wir gar keine andere Wahl als so weiter zu machen, denn Peter, Recht haste, aufgeben kannste bei der Post!

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