beten und verzichten – ein satirischer Einschlag

Melancholie liegt über dem nebelverhangenem Beton-Klinker-Stadtteil, der sich seit Jahrzehnten in löblicher Weise durch nichts auszeichnet. Nur Nostalgiker und QuartiersmanagerInnen reden gern noch von dem schlechten Ruf des Stadtteils in den achtziger Jahren. Schon länger aber frönt man hier puristischen und zurückgezogenen Lebensformen, die sich auf Jenseitiges spezialisiert haben. An-Irgendetwas-glauben-um-eine-Identität-zu-haben wird in Steilshoop groß geschrieben. Weiterlesen

Waffen und einen Helden besinge ich…

„arma virumque cano …“ – der Beginn der Aeneis des römischen Dichters Vergil. Der Mann war wahrscheinlich das wichtigste Bauteil in der Propagandamaschine des Kaisers Augustus, welche die Aufgabe hatte, den republikanisch gesinnten Römern das Principat schmackhaft zu machen und es als Ziel der Geschichte der Stadt Rom und des römischen Reiches zu verkaufen. Trotz dieses Makels ist dabei eines der grandiosesten Werke der Literaturgeschichte herausgekommen, vergleichbar allenfalls noch mit der Ilias und der Odyssee.

Das Epos ist die literarische Bearbeitung des Gründungsmythos der Stadt Rom und erzählt wie der Held Aeneas aus dem brennenden Troja fliehen kann und schließlich in Italien landet, wo sein Nachfahre Romulus dann Rom gründet.

Wie alle großen Epen ist auch die Aeneis eine literarische Verpackung von sex and crime. Anders als im Nibelungenlied oder in der Ilias gibt es aber kein böses Ende, denn schließlich findet die Geschichte ihre Erfüllung in der milden, weisen und gerechten Herrschaft eines Kaiser Augustus.

Jetzt gibt es in Steilshoop wieder einmal eine Aeneis für Arme. Weiterlesen

Was denkt ein Steilshooper über die U5?

Wollen wir in Steilshoop wirklich eine U5 die so fährt wie der gegenwärtige Planungsstand zu sein scheint? Und wenn ja, zu diesem Preis?

Heilige Madonna hilf mir mich zu erinnern was im letzten Juli im “Hochzeitssaal der Hochbahn” uns Steilshoopern widerfahren ist. Es soll also tatsächlich endlich und eventuell schlußendlich eine U-Bahnanbindung für Steilshoop geben. Das ganze Projekt darf man natürlich nur im Konzert mit allen anderen, an der neuen Linie befindlichen, betroffenen denken. Aber ich denke mal nur „steilshoopisch“.

U5 Haltestelle Steilshoop – Schreyerring oder Gründgensstraße?

Wir sollen hier nur eine Haltestelle bekommen, obwohl die Mehrheit bei uns drei viel besser finden würde. Behaupte ich mal so einfach. Warum? Weil der Fußweg zur U-Bahn für mich, für Opa und Oma am kürzesten ist. Der Einzugsbereich für U-Bahn Nutzer ist so am größten, man kann da nämlich drei Kreise ziehen um theoretisch festzustellen, wieviele Menschen wohl dort wohnen (Auto-, Fahrrad-, GarnichtfahrerInnen eingeschlossen).

Die Vorgabe für nur eine Haltestelle ist genauso wenig überzeugend wie die Behauptung, dass alle Steilshooper BürgerInnen, die im Juli, förmlich genötigt wurden die Hand zu heben, dafür sind, dass wir eine Haltestelle im Gropiusring bevorzugen würden. Der mit viel Verve vorgetragene Vorschlag der Hochbahn, die Haltestelle im Schreyerring anzulegen, hat ja auch einiges für sich. Eine Bürgerbeteiligung setzt schon eine Ansprache aller Steilshooper voraus. Auch wenn die blaue Kachel damals scheinbar wegen der U Bahnplanungen tiefergelegt wurde und das kostete gefühlte 500.000 DM und es kommt noch dicker:

Extra Bauvorleistungen wurden getroffen, die Fundamente wurden vorbereitet (Spundwände) und es gibt Augenzeugen die im Netz der Netze bezeugen können, dass Bauarbeiter für die zukünftige U-Bahn gearbeitet haben. Und es gibt diesen ominösen Ort unter dem Gropiusring der besichtigt werden muß und zwar diesmal physisch und persönlich. Dummerweise gibt es darüber wohl keine Unterlagen und Pläne mehr!

Die BürgerInnen wurden also gefragt und sind zufällig derselben Meinung wie die meisten SPD Bezirksfunktionsträger. Nachtigall ich hör´dir trapsen. Übrigens retten wir mit diesem Vorschlag die 3,52 Mio. Euro für einen Marktplatz in Campus-Entfernung, der vielleicht dadurch etwas belebter wird. Das ist begrüßenswert und in meinem Sinne. Obwohl auch diese verbesserungsfähigen Marktplatz- und Eventflächenplanungen im Rahmen des HID (Housing Improvement Districts) nicht alle Steilshooper beglücken werden.