Peter Dreller ist verstorben

Mit grosser Bestürzung haben wir vom Tode Peter Drellers erfahren. Er starb wenige Tage vor seinem 77. Geburtstag. Der Abschied ist jäh und unerwartet.

Peter war ein wundervoller Mensch: freundlich, zugewandt, interessiert und vielerorts engagiert. Ein reiselustiger Gesell, ehemals Zugbegleiter bei der Deutschen Bahn – immer noch unterwegs und umtriebig. Er setzte sich ein, kämpfte für bessere Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen, bei Greenpeace, bei der Bahn, bei der Koordinierungskonferenz. Mit uns bildete er die Redaktion des Forum-Steilshoop. Er nahm sich Zeit, hörte sehr genau hin und war in politischen Dingen ein begnadeter „Antragsteller“. Er war im besten Sinne des Wortes ein Mut-Bürger, ein Optimist, dem der Schalk im Nacken saß. Er war ein frohsinniger Charakter, ein kameradschaftlicher und loyaler Mensch, ein Gewinn für jede Gruppe. Wir hören noch sein aufmunterndes „Och, wieso?“ wenn man eine Situation schon für aufgegeben hielt.

Nie gab er vorschnell Dinge und Position für verloren. Er zog andere mit, mobilisierte, argumentierte und klärte auf. Und obwohl er sich dort einfand, wo das Leben tobte, war er ein leiser Mensch, der sich nicht in den Mittelpunkt drängelte. Er war ein unaufgeregter und bescheidener Mann, gesegnet mit einer wunderbaren Heiterkeit.

Sein Verlust ist unersetzlich.

Vorzugsvariante versus Mittelachsensanierung?

Bleiben wir mal bei der Sache und schieben beiseite, dass Politiker immer gerne auf Widerspruch eindreschen, wenn dieser personifizierbar ist. Anstatt dankbar zu sein, wenn Bürger mitdenken, werden sie in Ecken gestellt und es wird der Eindruck erweckt, es werde nur Parteiengezänk verlautbart.

Bei den Planungen zur U5, speziell den Auswirkungen auf das Zentrum von Steilshoop, haben die Fachleute der Hochbahn ca. 100 Steilshoopern den Sachstand persönlich vorgestellt: Als Gründe für eine einzige Haltestelle wurden genannt, dass dies wirtschaftlich sein muss, zentral für viele Fußgänger erreichbar und aufgewertet (städtebaulich) soll diese Ecke Steilshoops auch werden. Weiterlesen

beten und verzichten – ein satirischer Einschlag

Melancholie liegt über dem nebelverhangenem Beton-Klinker-Stadtteil, der sich seit Jahrzehnten in löblicher Weise durch nichts auszeichnet. Nur Nostalgiker und QuartiersmanagerInnen reden gern noch von dem schlechten Ruf des Stadtteils in den achtziger Jahren. Schon länger aber frönt man hier puristischen und zurückgezogenen Lebensformen, die sich auf Jenseitiges spezialisiert haben. An-Irgendetwas-glauben-um-eine-Identität-zu-haben wird in Steilshoop groß geschrieben. Weiterlesen

Waffen und einen Helden besinge ich…

„arma virumque cano …“ – der Beginn der Aeneis des römischen Dichters Vergil. Der Mann war wahrscheinlich das wichtigste Bauteil in der Propagandamaschine des Kaisers Augustus, welche die Aufgabe hatte, den republikanisch gesinnten Römern das Principat schmackhaft zu machen und es als Ziel der Geschichte der Stadt Rom und des römischen Reiches zu verkaufen. Trotz dieses Makels ist dabei eines der grandiosesten Werke der Literaturgeschichte herausgekommen, vergleichbar allenfalls noch mit der Ilias und der Odyssee.

Das Epos ist die literarische Bearbeitung des Gründungsmythos der Stadt Rom und erzählt wie der Held Aeneas aus dem brennenden Troja fliehen kann und schließlich in Italien landet, wo sein Nachfahre Romulus dann Rom gründet.

Wie alle großen Epen ist auch die Aeneis eine literarische Verpackung von sex and crime. Anders als im Nibelungenlied oder in der Ilias gibt es aber kein böses Ende, denn schließlich findet die Geschichte ihre Erfüllung in der milden, weisen und gerechten Herrschaft eines Kaiser Augustus.

Jetzt gibt es in Steilshoop wieder einmal eine Aeneis für Arme. Weiterlesen

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